Das Wasser im Caumaseebecken

Man kann die Frage des Caumaseewassers nicht beantworten ohne die Bewegungen des Sees gründlich zu studieren und ohne Berücksichtigung seiner Wasserqualität.

Der Hauptanstieg des Sees von durchschnittlich 4 m in 6 bis 8 Wochen beginnt, wenn am Flimserstein die Schneeschmelze einsetzt. Das Absinken des Sees setzt ein, wenn Flimserstein und Cassonsgrat schneefrei sind. Bei heissem Wetter steigt der See am schnellsten. Der Anstieg ist bei Kälteeinbrüchen unterbrochen. Warmer Regen verstärkt den Anstieg bzw. verlängert ihn, wenn die Schneeschmelze zu Ende geht. Ist der See am Sinken, kann sehr starker warmer Regen zu einem Wiederanstieg führen. Im Sommer 2010 trat genau am Ende der Schneeschmelze ein „zweiter Winter“ ein, der bis Ende August anhielt. Der See, der bereits zu sinken begonnen hatte, stieg wieder an und zwar bis Ende August, so lange wie nie zuvor; länger als in der Messperiode von 1931 bis 1941 als der Cassonsgrat ganzjährig eine Firnkappe trug.

Der Wasserspiegel ist ständig in Bewegung. Die Unterschiede können von Tag zu Tag sehr gross sein, was normal ist bei einem Grundwasserbecken. Das heisst aber, dass man das Grundwasser retten muss, wenn man den See retten will. Es geht um Riesenmengen von Wasser. Diese Feststellung allein schliesst den Pultesee als Wasserspender aus.

Der Anstieg des Seespiegels kann bei extremen Regenfällen im Nachsommer innert Stunden sehr stark sein. Die Zuflusswege sind demnach sehr direkt. Langsam fliessendes Wasser in kleinen Mengen beeinflusst den Wasserstand nicht. Deshalb sind alle Folgerungen aus Färbversuchen im Nagensgebiet auf die der See nach Tagen ansprach, sinnlos. Darüber später mehr.

Es ist nachgewiesen (BUWAL Bericht) dass das Caumaseewasser 5 Jahre alt ist und aus grosser Höhe stammt. Das Crestaseewasser ist 10 Jahre alt und stammt ebenfalls aus Höhen über 1800 m ü.M.. Wo sind die Höhen und wo wird das Wasser alt? Dazu gibt der BUWAL Bericht keine Auskunft. Die SISKA Berichte weichen der Frage bewusst aus.

Wie bereits angedeutet, spricht alles dafür, dass das Wasser aus den weiten Karstgebieten von Flimserstein und Cassons stammt. Es sinkt dort unterschiedlich tief ab und verweilt unterschiedlich lange im Fels, weshalb die Temperaturen der Quellen verschieden sind. Sie reichen von 9 Grad bis 20 Grad.

Der Wintersee kann bei Tauwetter und grossen Schneemengen im Tal stark ansteigen. Im Januar 2010 stieg er auf 4.50 m. Es ist Wasser, das in tiefen Lagen anfällt und jung ist. In der gleichen Zeit ist der Putesee seit Monaten trocken.

Der See treibt im ganzen Becken auf. Es gibt keine Fliessbewegungen im See. In der Zeit des stärksten Auftriebs ist er trüb, wenn der See gewendet hat, wird er zusehends klar. Im Herbst ist er glasklar. Im bis 30 m abfallenden Graben im Süden wurde im Sommer selbst in 16.5 m Tiefe noch eine Temperatur von 8.2 Grad gemessen, gleich viel wie in 11 m Tiefe (BUWAL Bericht S. 25). Es ist nachgewiesen, dass das Caumaseewasser in den grossen Quellbächen in der Rheinschlucht bei Conn austritt. Sie sind heute nur noch kümmerliche Wässerlein.

 

 
 

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Luftaufnahme Flims
Kartenausschnitt 1:10'000

Schwemmmulde Flims
Luftbild Swissair,
Oskar Bieder, 1924

Das neue Tal nach dem
Bergsturz