Vorabwasser in Flimser Quellen

Mehrere Färbungen im Gebiet Vorab und Nagens weisen dieses Wasser in verschiedenen Flimser Quellen aus. Daraus wird geschlossen, die Flimser Quellen würden vom Nagensgebiet gespeist. Wer das behauptet, müsste aber sagen, wo denn die riesigen im Tunnel angeschnittenen Wassermassen herkommen. Sie führen ein Vielfaches des im Nagensgebiet anfallenden Wassers, denn der Grossteil des Vorabwassers fliesst nach Elm. (Hydrogeologische Karte der Schweiz). Bemerkenswert ist, dass die eingefärbten Flimser Quellen untereinander verschiedene Temperaturen hatten und alle wärmer waren als der Laaxerbach. Sie können also nur von eingefärbtem Wasser gefärbt worden sein. Die Menge des anfallenden Laaxerwassers muss klein sein, denn die Einfärbungen waren schwach.

Besonders krass ist die Behauptung, der Quellbach Davos sei vor dem Tunnelbau im Lag Tiert in Laax Murschetg ausgetreten. Das Aufstauen eines Karstrohrs wurde zum Beweis hochstilisiert. Aber kein Bach fliesst rückwärts, wenn man ihn aufstaut. Es gab nicht nur im Lag Tiert mehr Wasser sondern auch in allen Tunnelquellen. Wasser folgt dem geringsten Widerstand. Zudem stimmen die Temperaturen nicht: Der Tiert hat 6 Grad warmes Wasser, der Davosbach hatte 9 Grad. Auch ist der heute abgesunkene Bachlauf des Davosbaches bis nach Naraus und Cassons nachweisbar. Er floss noch vor hundert Jahren offen. Der Tiert hatte nur nach dem heissen Sommer kein Wasser und floss danach wieder. Die Theorie aber wird bis heute wiederholt.

Die Sondierbohrung 12, im Davosgraben abgeteuft, weist eine Leitermächtigkeit des angetroffenen Wassers von 13,5 m auf. Sie wurde nie in die Untersuchungen einbezogen.

Direkt grotesk ist, wenn jeder mit Laaxerwasser eingefärbte Wasseraustritt im Grundwassergebiet Flims mit einem direkten Strich nach Nagens verbunden wird (SISKA Bericht). So entsteht beispielsweise aus Gletscherwasser in Nagens in wenigen Tagen 10 Jahre altes Crestaseewasser! Richtig ist, dass alle Quellaustritte im Flimser Grundwassergebiet -vom Crestasee über Pintrun nach Conn und zum Caumasee- mit dem Grundwasserbecken Flims verbunden sind. Sie sprachen auf die Färbungen im Nagensgebiet nur an, weil dieses Wasser die Flimser Mulde passiert, bevor es weiter fliesst.

Begehungen mit einem Rutengänger wiesen sehr starke Ausschläge 300 m nördlich der Quelle Davos und am Ende der Val Tuff aus. Ebenso stark waren die Ausschläge oberhalb der Kirche. Hier, in 90 m Tiefe, wurde jene Riesenquelle angeschnitten, die eine Verdoppelung der Tunnelwand aus Sicherheitsgründen erforderte (vgl. Luftbild 1924). Die Quelle wird in den SISKA Berichten nicht erwähnt (vgl. Bild 9). In der Fortsetzung von der Kirche nach Norden gelangt man zur Bruchzone Darblauna, die den grössten Teil des Flimsersteins entwässert. Es geht um riesige Wassermengen. (Vgl. Bild neues Tal)

Mit all den Trickexpertisen wird „bewiesen“, dass das Tunnelwasser nicht zum Caumasee gehört. Die meisten glauben das, ausser der See. So kommt es, dass ein See, den man vor nicht allzu langer Zeit ins Verzeichnis des Weltnaturerbes aufnehmen wollte zu einem kümmerlichen Tümpel verkommen kann, wenn die rhythmusbedingten Umstände es in wasserarmen Jahren so wollen.

 

 
 

Allgemeine Orien-
tierungshilfen und
Grundlagen für die
Landschaftsbetrachtung

Luftaufnahme Flims
Kartenausschnitt 1:10'000

Schwemmmulde Flims
Luftbild Swissair,
Oskar Bieder, 1924

Das neue Tal nach dem
Bergsturz